Business-Etikette Tipps für souveränes Auftreten im Geschäftsleben von Heidi Lachmund

Das kleine Business-Einmaleins: Sieben Regeln für souveränes Auftreten im Geschäftsleben

Business Etikette beginnt nicht mit Regeln, sondern mit Haltung.

Genau darum geht es auch in den folgenden Regeln für deinen beruflichen Alltag. Der Begriff „Knigge“ geht auf Adolph Freiherr von Knigge zurück, der 1788 das Werk „Über den Umgang mit Menschen“ veröffentlichte. Entgegen der heutigen Interpretation ging es ihm nicht um starre Benimmregeln, sondern um respektvolles, kluges und situationsgerechtes Verhalten im Miteinander. Seine zentrale Idee: Wer andere versteht, sich selbst reflektiert und mit Wertschätzung handelt, bewegt sich sicher in jeder gesellschaftlichen Situation. Knigge war damit weniger Regelwerk als Haltung. Und genau darin liegt bis heute seine Relevanz.

 

Business Etikette im Job: Woran sich entscheidet, wie du wirkst

Professionelles Auftreten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im Geschäftsleben. Neben fachlicher Kompetenz entscheiden oft Souveränität, Ausstrahlung und Kommunikationsfähigkeit darüber, ob eine Geschäftsbeziehung entsteht, wächst oder scheitert.

Auch deine Karriere hängt davon ab: Kommst du voran oder bleibst du stehen?

Gute Umgangsformen sind die Basis für souveränes Auftreten. Sie zeigen Wertschätzung, schaffen Vertrauen und sind die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die folgenden sieben Regeln der Business-Etikette helfen dir, im beruflichen Alltag sicher und professionell aufzutreten.

 

1. Pünktlichkeit: Ein Zeichen von Respekt

Pünktlichkeit ist nicht nur eine Tugend, sie ist eine Lebenseinstellung. Wer zu einem Meeting um 10:00 Uhr eingeladen ist und um 10:01 Uhr erscheint, ist nicht “fast pünktlich”, sondern oft schlicht zu spät. Das wird als mangelnder Respekt vor der Zeit der anderen gewertet.

Do:
Plane immer einen Zeitpuffer ein. Sei 5 bis 10 Minuten früher da. Das gibt dir Zeit, noch einmal durchzuatmen und dich zu sammeln. Ausserdem kannst du vor einem Meeting einzelne oder alle Teilnehmer auch persönlich begrüßen.

Don’t:
Rufe nicht erst an, wenn du schon zu spät bist. Melde eine absehbare Verspätung so früh wie möglich. Eine kurze E-Mail oder ein Anruf mit einer realistischen neuen Ankunftszeit wirkt professionell.

 

2. Business-Etikette Händedruck: Kurz, fest und schmerzfrei

Der Händedruck als persönliche Begrüßungs- und Verabschiedungsgeste sagt viel über deine Persönlichkeit aus. Nach Corona hat er sich wieder als Standard etabliert. Er ist kurz, fest und wird von direktem Augenkontakt begleitet. Ein schlaffer Händedruck (“toter Fisch”) signalisiert Unsicherheit, ein zu starker (“Knochenbrecher”) Dominanz.

Do:
Ein kurzer, fester Händedruck (2–3 Sekunden), Blickkontakt und ein freundliches Lächeln. Stelle dich mit vollem Namen und Unternehmen vor.

Don’t:
Den Händedruck zu lange ausdehnen oder die andere Hand auf den Arm des Gegenübers legen. Das wirkt übergriffig. Und: Hände in den Hosentaschen sind während der Begrüßung tabu.

 

3. Business-Etikette Anrede: Das „Sie“ als sicherer Start

Die korrekte Anrede ist ein sensibles Thema. Die Grundregel lautet: Im Zweifel immer die formelle Anrede (“Sie” und Nachname). Das “Du” oder die Verwendung des Vornamens wird in der Regel vom Ranghöheren oder Älteren angeboten. Wer ungefragt duzt, wirkt schnell respektlos.

Do:
Starte immer mit „Sie“ und Nachnamen. Warte, bis dir das „Du“ angeboten wird. Titel wie Dr. oder Prof. verwendest du, bis man dir etwas anderes anbietet. Warte, bis dir eine informellere Anrede explizit angeboten wird (“Wir können uns gerne duzen” oder “Ich bin der Klaus“).

Don’t:
Einfach ungefragt duzen, nur weil jemand jung aussieht oder in einer kreativen Branche arbeitet.

 

4. Business-Etikette Dresscode: Kleider machen Leute – auch im Business

Der erste Eindruck zählt, und Kleidung ist ein wesentlicher Teil davon. Es geht nicht um teure Marken, sondern um ein gepflegtes und der Situation angemessenes Erscheinungsbild. Deine Kleidung sendet Signale über deine Professionalität und deinen Respekt für den Anlass.

Do:
Informiere dich über den Dresscode des Unternehmens. Im Zweifel ist es immer besser, leicht over- als underdressed angezogen zu sein. Achte auf saubere Schuhe und gepflegte Kleidung.

Don’t:
Ungebügelte Hemden, abgetragene Schuhe, zu enge Kleidung oder ein zu starker Duft sind absolute NoGos. Auch Sportkleidung oder zu viel Haut wirken unproffesionell.

 

5. Tischetikette: Souverän im Gespräch bleiben

Nirgendwo werden mehr Geschäfte besiegelt (oder Karrieren beendet) als bei Tisch. Ob in der Kantine, beim Geschäftsessen, auf dem Stehempfang oder bei der Firmenfeier: wer hier souverän agiert, sammelt Pluspunkte. Es geht nicht um steife Regeln, sondern darum, dem Gegenüber Respekt zu zeigen und nicht negativ aufzufallen.

Do:
Die Regeln hier sind vielfältig. Wenn du diese einmal beherrschst, kannst du das Geschäftsessen oder die Mittagspause dazu nutzen, dich voll und ganz auf deinen Gesprächspartner zu konzentrieren. An der Haltung des Bestecks, des Glases oder am Umgang mit der Serviette erkennt man schnell, inwieweit ein Mensch über stilvolle Umgangsformen verfügt.

Don’t:
Mit vollem Mund sprechen, schmatzen oder schlürfen. Das ist die unheilige Dreifaltigkeit der schlechten Tischmanieren. Auch das Überladen des Tellers am Buffet ist ein Fauxpas. Es ist kein
Wettessen. Und eine Firmenfeier solltest du nicht dazu nutzen, tatsächlich ungehemmt zu feiern. Apropos: „Prost“ sagt man nur noch am Kneipentisch, wenn überhaupt. Und das Handy gehört selbstverständlich in die Tasche.

 

6. Smalltalk: die oft unterschätzte Chance

Du kennst es vielleicht: Du bist zu einer Party oder einem Stehempfang eingeladen und kennst auf den ersten Blick niemanden. Dann übe dich einmal mehr in der Kunst des Smalltalks. Nutze die Chance, um neue Menschen kennenzulernen. Den Einstieg schaffst du über scheinbar banale Themen. Die Herstellung eines Kontaktes steht im Vordergrund.

Do:
Nutze positive Themen, um Gemeinsamkeiten zu erkennen, wie z.B. Anlass der Einladung, Ambiente, Wetter, Urlaub, Bezug zum Gastgeber, Komplimente, gegebenenfalls Sport.

Don’t:
Tabu-Themen im Erstkontakt sind Politik, Geld, Gesundheit, Kritik und Lästern. Smalltalk soll Verbindung schaffen, nicht Fronten öffnen.

 

7. Digitale Etikette: E-Mail, Videocalls, Social Media

Die zunehmend digitale Kommunikation macht uns schneller und effizienter. Jedoch führt dies leicht zu respektlosen Verhalten. Auch wenn wir uns „nur“ digital begegnen, sollten die klassischen Kommunikationsregeln im Geschäftsleben nicht ausser Kraft gesetzt werden.

Do:
Respektvolle Anrede („Hallo Alle“ gehört nicht dazu!) , strukturierte Mails, aussagefähige Betreffzeile, Kamera an in Videocalls (vorher Hintergrund checken!),Trennung von privat und geschäftlich in Mails und auf Social Media.

Don’t:
Keine Anrede und einsilbige Antworten auf Mails, keine Grussformel am Ende, respektlose oder zu laxe Äusserungen auf Instagram & Co (Kunde oder Chef liest mit!), Ghosting auf Bewerbungen oder Angebote, Multitasking in Calls und Meetings, Calls als Mittagspause nutzen.

 

Fazit

Gute Umgangsformen im Geschäftsleben sind kein Selbstzweck, sondern Ausdruck von Professionalität und gegenseitigem Respekt. Wer die genannten Grundregeln verinnerlicht und konsequent anwendet, schafft die Voraussetzung für vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen und langfristigen beruflichen Erfolg.

Dabei gilt: Souveränes Auftreten lässt sich erlernen und trainieren!Entscheidend ist die Bereitschaft, das eigene Verhalten bewusst zu reflektieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

 

Viel Spaß bei deinem souveränen Auftritt,
Heidi Lachmund

 

 

Über mich

Ich habe viele Jahre in Führungspositionen in einem großen deutschen Finanzkonzern gearbeitet. Ich habe Teams geführt, Entscheidungen getroffen und erlebt, wie stark Auftreten, Kommunikation und Umgangsformen darüber entscheiden, ob Vertrauen entsteht oder verloren geht.

Heute arbeite ich als Business-Etikette-Coach und Knigge-Trainerin. Ich unterstütze Menschen dabei, sich im beruflichen Alltag sicher zu bewegen: im Gespräch, im Meeting, bei Präsentationen oder im Geschäftsessen.

Mir geht es nicht um starre Regeln. Mir geht es um Wirkung. Darum, wie du wahrgenommen wirst. Und darum, ob du ernst genommen wirst.

Ich arbeite praxisnah. Keine Theorie, sondern konkrete Situationen aus dem Berufsalltag. Denn fachliche Kompetenz bringt dich in Position.
Dein Auftreten entscheidet, ob du dort bleibst.

Souveränität ist kein Talent.
Sie ist trainierbar.

Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.

 

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