Holzkiste mit Rosen. Symbol für Ups and Downs im Job und wie man sie besser organisiert

Wie du Hoch- und Tiefphasen im Job organisierst

Wie du Hoch- und Tiefphasen im Job organisierst

Kein Leben und kein Berufsleben verläuft schnurgerade. Wir alle erleben Aufs und Abs, wir alle erleben Phasen, in denen wir über uns hinauswachsen, und Zeiten, in denen scheinbar gar nichts funktioniert. Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, einen Zustand festzuhalten, sondern mit den Schwankungen umzugehen.

Schauen wir uns die Phasen im Einzelnen an:

 

Die Hochphase: wenn alles fließt

In Hochphasen fühlt sich alles leicht an. Projekte kommen voran, Entscheidungen fallen schneller, Hindernisse wirken lösbar. Die Motivation ist intrinsisch und damit stabil, Ideen sprudeln. Arbeit kostet zwar Energie, aber durchs Gelingen und vor allem durch Feedback von außen, kommt sie auch wieder zurück. Wir fühlen uns bestätigt.

Früher habe ich die Energie dieser Phasen nur genossen, bis ich merkte, dass viel Potenzial verpuffte. Heute gehe ich bewusster damit um.

Alles, was mir in dieser Zeit einfällt, wandert in meine schöne Holzkiste. Sie ist so groß wie ein Schuhkarton, und darin sammele ich kleine Einfälle, große Pläne, Weiterbildungsideen, aber auch Aufgaben, die im Alltag zu groß wirken oder nicht in eine typische To-Do-Liste passen. Zum Beispiel wichtige Dokumente digitalisieren, neuen Führerschein beantragen, Testament regeln, Keller entrümpeln oder Vollmachten bei meinen Eltern einrichten.

In die Kiste lege ich auch schöne Briefe oder Karten von Freunden sowie besonders wertschätzendes Feedback meiner Kunden. Zusätzlich sammle ich dort 5-Euro-Scheine. Immer wenn ich einen in meinem Portemonnaie entdecke, lege ich ihn hinein. Die Kiste ist damit nicht nur ein Ideenfundus, sondern auch ein kleiner Schatz für später.

Wenn du lieber digital arbeitest, kannst du die Holzkiste auch virtuell abbilden, Tools dafür gibt es viele, z. B. Trello. Und worauf wartet der Inhalt meiner Holzkiste? Auf seine Stunde in der nächsten Tiefphase.

 

Die Tiefphase: wenn nichts geht

Auch Tiefphasen kennt jeder. Tage oder Wochen, in denen nichts läuft: keine Aufträge, keine Motivation, kein Schwung. Gerade bei selbständigen Kolleg:innen und bei meinen Kunden im Sales erlebe ich es oft: keine Kunden, kein Marktinteresse und dann brechen sogar sichere Abschlüsse weg.

In solchen Zeiten beginnt der Zweifel, der nicht selten zur Verzweiflung führen kann. Nicht nur an der Situation, sondern an der eigenen Kompetenz. Obwohl wir wissen, dass Tiefs normal sind, fühlen sie sich persönlich an. Dabei gehören sie zur Entwicklung und sind manchmal sogar eine Voraussetzung für einen Neuanfang.

Das Entscheidende in Tiefphasen ist nicht der Mangel an Leistung, sondern der Verlust der Wirksamkeit. Selbst kleine Aufgaben kosten überproportional Kraft. Entscheidungen werden aufgeschoben, Rückmeldungen fehlen, Orientierung geht verloren und das Gefühl entsteht: Es ist eh egal, was ich tue.

Genau deshalb braucht es Vorbereitung. Ich verlasse mich in diesen Phasen nicht auf Motivation, sondern auf Struktur. Und genau dafür ist meine Holzkiste da.

 

Wie ich mit Tiefphasen umgehe

Wenn ich in einer Downphase bin, öffne ich meine Holzkiste. Dort finde ich neben wertschätzendem Feedback auch Ideen und Aufgaben aus besseren Zeiten, in denen meine Stimmung besser und mein Blick klarer war.

Ich fange klein an, nehme nicht das größte Projekt, sondern erledige eine kleine aufgeschriebene Aufgabe. Wenn sie erledigt ist, belohne ich mich sofort. Meist mit Kaffee und Kuchen im Café um die Ecke, bezahlt mit den Fünf-Euro-Scheinen aus der Kiste. Dann geht es weiter: eine Weiterbildungsidee prüfen, eine nächste Aufgabe anpacken, wieder ein Stück Struktur schaffen.

In den letzten drei Jahren war das als Selbständige besonders wichtig. Kaum Aufträge, viel Unsicherheit, Kunden im Sparmodus. Also immer wieder: Kiste auf, klein anfangen.

In dieser Zeit habe ich Dinge erledigt, für die in Hochphasen kein Raum ist:

  • Langwierige, aber notwendige Themen wie Dokumente ordnen, digitalisieren und absichern.
  • Ordnung und Strukturen schaffen: Wohnung, Büro, Kontakte, Ablage.
  • Zeitintensive Entwicklungen wie eine Ausbildung zur Seelsorgerin für Kinder und Jugendliche.
  • Technische Grundlagen lernen, die ich lange vor mir hergeschoben hatte.
  • Und schließlich: Montagsfreude. Ein Projekt, das jahrelang zu groß erschien, um es anzufassen.

 

Nach zweieinhalb Jahren war die Kiste leer. Und ich glücklich. Ich habe so vieles erledigt, gelernt und aufgebaut, das ohne diese (zugegeben sehr lange) Tiefphase unmöglich gewesen wäre.

 

Die Kiste im Alltag

Viele meiner Kunden haben inzwischen ihre eigenen Kisten: bemalte oder beklebte Schuhkartons, Holzkisten oder schlichte Boxen. In Hochphasen füllen sie diese bewusst mit Ideen und Aufgaben für später.

Die konkreten Inhalte dieser Kisten habe ich gesammelt und aufbereitet. Sie stehen registrierten Nutzerinnen und Nutzern als Inspiration zur Verfügung, und das sowohl für individuelle Tiefphasen von Einzelpersonen als auch für Teams. Es geht nicht um To-do-Listen, sondern um Ideen für Zeiten mit wenig Energie.

Der Effekt ist bemerkenswert: Tiefphasen verlieren ihren Stillstandscharakter. Statt Leerlauf entstehen Bewegung und Struktur. Es werden Dinge erledigt, für die im Hoch kein Platz ist. Das Gefühl von Handlungsfähigkeit und vor allem Selbstwirksamkeit kehrt zurück. Feedback stellt sich ein, und wenn es der eigene Stolz ist, die Dinge aus der Kiste erledigt zu haben.

Merkst du etwas? Plötzlich sind Tiefphasen produktiv. Tolles Gefühl!

 

Das Plateau: der Normalzustand

Ordnungshalber sei auch diese Phase erwähnt: Neben Hochs und Tiefs gibt es auch das Plateau. Die Phase, in der alles gleichmäßig läuft: keine großen Sprünge, keine Katastrophen. Viele unterschätzen diesen Zustand, dabei steckt darin Stabilität.

Ich nutze Plateaus, um Routinen zu pflegen, Beziehungen zu stärken und kleine Lernschritte umzusetzen und zu festigen. Für mich ist es wie ein Trainingslager: weniger spektakulär, aber unverzichtbar, um für die nächste Hoch- oder Tiefphase gewappnet zu sein.

 

Fazit

Hochs und Tiefs im Job sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Entscheidend ist nicht, ob wir sie erleben, sondern wie wir sie gestalten. Für mich gilt:

  • Hochphasen füllen meine Kiste.
  • Tiefphasen greifen darauf zurück.
  • Plateaus sorgen für Stabilität.

 

So bleibe ich handlungsfähig, unabhängig davon, ob es gerade aufwärts oder abwärts geht. Die eigentliche Stärke liegt darin, Hochphasen nicht nur auszukosten, sondern ihre Impulse zu sichern, und Tiefphasen nicht zu fürchten, sondern sie aktiv zu nutzen. Inspiration wird vorbereitet, Aufgaben werden erledigt, Lernen bleibt möglich. So wird äußeres Feedback weniger wichtig, weil das eigene Feedback zurückkehrt: die Zufriedenheit, Dinge erledigt zu haben, das Glück, Neues gelernt zu haben und der stille Stolz auf das, was gelungen ist.

Probiere es mal aus! Ich freue mich auf dein Feedback!

 

Zu diesem Thema gibt es ein Video sowie zwei Inspirationslisten für Tiefphasen. Beides ist nach kostenloser Registrierung verfügbar. Alternativ kannst du mir schreiben, dann sende ich dir die Liste zu: maria@montagsfreude.de

 

 

 

 

 

 

 

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