Frauen sitzen im Gespräch in einem beruflichen Netzwerk – Weltfrauentag-Special zu Netzwerken für Frauen und Karriere

Netzwerken ist keine Kaffeepause, sondern eine strategische Karriereentscheidung

Warum Netzwerken noch immer unterschätzt wird

Netzwerken hat bis heute ein erstaunlich schlechtes Image. Es wird oft als beiläufige Tätigkeit abgetan, als unverbindliches Kaffeetrinken oder als eine Form von „Vitamin B“, die irgendwo zwischen Belanglosigkeit und Unanständigkeit angesiedelt ist. Diese Haltung ist nicht nur verkürzt, sie ist gefährlich. Denn sie verkennt, welche strategische Rolle Netzwerke in beruflichen Biografien tatsächlich spielen.

 

Mein eigener Weg: Netzwerken als strategische Grundlage

Ich bin heute zum ersten Mal in über zwanzig Jahren Berufsleben selbstständig. Strategische Kommunikationsberaterin. Solo. Und ich starte nicht aus einer prekären Situation heraus, sondern aus einer sehr stabilen, komfortablen Position.

Das ist kein Zufall und auch kein spontaner Mutakt. Es ist das Ergebnis von langjähriger, bewusster und strategischer Netzwerkarbeit.

 

Klare Positionierung macht Netzwerke wirksam

Über zwei Jahrzehnte hinweg habe ich mich klar positioniert: als Strategieberaterin für C-Level im Bereich Kommunikation. Diese Positionierung war nie nur ein Satz auf einer Website oder eine Zeile im Lebenslauf. Sie war und ist Teil meiner gesamten Kommunikation – und damit auch Teil meiner Netzwerke.

Ich habe immer deutlich gemacht, wofür ich stehe, welche Themen ich verantworte und welchen Beitrag ich leiste. Sichtbarkeit war dabei kein Selbstzweck, sondern eine logische Folge von Klarheit.

 

Netzwerke im Berufsleben: Wie Aufträge wirklich entstehen

Heute zeigt sich diese Arbeit sehr konkret. Der Großteil meiner Aufträge entsteht über unterschiedliche Netzwerke. Ich werde weiterempfohlen, angefragt, eingebunden. Gerade als Solo-Selbstständige bin ich zudem häufig in der Rolle, weitere Expert:innen für Projekte zu empfehlen oder zusammenzustellen. Auch das ist kein Zufallsprodukt.

Mein Netzwerk im Bereich Kommunikation, Marketing und Medien ist über Jahre gewachsen, gepflegt und belastbar geworden. Es trägt, weil es auf Vertrauen, Kompetenz und Gegenseitigkeit basiert.

 

Netzwerken bedeutet mehr als Akquise

Was mir dieses Netzwerk ermöglicht, ist mehr als Auftragsakquise. Es verschafft mir Fokus. Ich bekomme Inspirationen, Kooperationsideen, Perspektiven von außen. Ich kann für meine Auftraggeber:innen schnell die richtigen Menschen zusammenbringen. Und vor allem: Ich kann mich auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren – strategische Kommunikationsberatung. Alles andere funktioniert, weil Beziehungen da sind, die tragen.

Netzwerke ersetzen keine Leistung. Sie multiplizieren sie. Sie sorgen dafür, dass Expertise sichtbar wird, dass Wirkung entsteht und dass Komplexität gemeinsam bewältigt werden kann. Erfolg ist in den seltensten Fällen eine Einzelleistung. Er ist fast immer das Ergebnis von Beziehungen.

 

Warum Frauen Netzwerken oft ambivalent sehen

Gerade Frauen haben jedoch häufig ein ambivalentes Verhältnis zum Netzwerken. Viele wurden beruflich so sozialisiert, dass Leistung für sich sprechen soll. Sichtbarkeit gilt schnell als unangenehm, Netzwerken als anstrengend oder opportunistisch. Das Problem ist nicht mangelnde Kompetenz, sondern eine falsche Erzählung über Netzwerke. Denn strategisches Netzwerken beginnt nicht mit der Frage, was man bekommen kann, sondern mit der Frage, welchen Mehrwert man selbst einbringt.

 

Netzwerken als struktureller Erfolgsfaktor

In meinem Buch ist Netzwerken deshalb kein weicher Zusatz, sondern ein klarer Bestandteil von Karrieregestaltung. Wertvolle Beziehungen aufzubauen ist ein struktureller Erfolgsfaktor, kein Zufallsprodukt und kein „Nebenbei-Thema“.

Es braucht bewusste Entscheidungen:

  • In welches Netzwerk möchte ich meine Expertise einbringen?

  • Wofür will ich dort stehen?

  • Warum sollte es für andere relevant sein, mich zu kennen?

Wenn diese Fragen geklärt sind, entsteht eine Form von Sichtbarkeit, die nicht laut ist, sondern tragfähig. Dann entstehen Empfehlungen, die passen. Kooperationen, die sinnvoll sind. Und berufliche Wege, die sich nicht ständig neu erkämpfen müssen.

 

Fazit: Netzwerken ist berufliche Souveränität

Wer früh beginnt, Netzwerke strategisch aufzubauen und ernst zu nehmen, arbeitet langfristig entspannter, fokussierter und wirksamer. Das Berufsleben wird nicht nur erfolgreicher, sondern auch inspirierender und innovativer. Netzwerken ist keine Kaffeepause. Es ist eine bewusste Entscheidung für berufliche Souveränität.

Viel Spaß beim Netzwerken!

Christiane Wolff

Chrstiane Wolff

 

Zur Person:

Ich berate seit über 20 Jahren Unternehmen, Vorstände und Geschäftsführungen in strategischen Kommunikationsfragen. Mein Schwerpunkt liegt dort, wo Kommunikation Führungsaufgabe ist: bei Positionierung, Klarheit, Entscheidungsfähigkeit und Wirkung nach innen wie nach außen.

 

Als Autorin habe ich zwei Fachbücher veröffentlicht, die genau diese Verbindung von Strategie, Haltung und Karriere beleuchten.

In Der 5-Schritte-Plan zur individuellen Karrieregestaltung (GABAL Verlag) zeige ich, wie berufliche Entwicklung, Sichtbarkeit und Netzwerkaufbau bewusst und strategisch gestaltet werden können.

https://www.gabal-verlag.de/buch/der-5-schritte-plan-zur-individuellen-karrieregestaltung-9783967392586

Mit C-Level auf Zukunftskurs (Haufe Verlag) richte ich den Blick gezielt auf Top-Management-Ebenen und die Frage, wie Führungskräfte ihre Rolle, Kommunikation und Zukunftsfähigkeit wirksam ausrichten können.

https://shop.haufe.de/c-level-auf-zukunftskurs-ebook/P471301

Parallel zu meiner Beratungstätigkeit baue und begleite ich seit vielen Jahren Netzwerke, weil tragfähige Beziehungen ein zentraler Erfolgsfaktor für Organisationen und Karrieren sind. Bereits im Jahr 2000 habe ich das Nettwerk, ein Netzwerk für Expertinnen aus Medien, Kommunikation und Marketing, gegründet. Mit rund 800 Mitgliedern in München sowie weiteren Depandancen in Frankfurt und Berlin ist es eines der etablierten fachlichen Frauennetzwerke in diesem Bereich.

https://www.nett-werk.com

Seit vier Jahren begleite ich zudem das Frauennetzwerk der ZfK – Zeitung für kommunale Wirtschaft als strategische Beraterin und Moderatorin, gemeinsam mit Laura Partikel. In dieser Rolle arbeite ich an der inhaltlichen Ausrichtung, Sichtbarkeit und professionellen Positionierung von Frauen in der kommunalen Wirtschaft.

https://www.zfk.de/frauennetzwerk

Netzwerken verstehe ich dabei nicht als informellen Austausch, sondern als strategische Beziehungsarbeit. Richtig aufgebaut, schafft sie Orientierung, Vertrauen und Wirkung, sowohl für Menschen in Verantwortung als auch für Organisationen insgesamt.

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