Wenn wir über Intelligenz sprechen, denken viele sofort an IQ-Tests, logisches Denken und analytische Fähigkeiten. Doch längst ist klar: Fachwissen allein reicht nicht. Und erst recht nicht in Zeiten von künstlicher Intelligenz.
Der Psychologe Daniel Goleman hat bereits Mitte der 90er Jahre gezeigt, dass ein anderer Faktor oft noch wichtiger ist. Die emotionale Intelligenz.
Sie beschreibt die Fähigkeit, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu steuern und die Gefühle anderer zu verstehen. Kurz gesagt: Wie gut du mit dir selbst und mit anderen Menschen umgehen kannst.
Goleman hat emotionale Intelligenz in fünf Kernbereiche gegliedert. Jeder Bereich lässt sich trainieren, und jeder macht dich ein Stück wirksamer im Job und erfüllter im Leben.
Selbstwahrnehmung ist die Grundlage für emotionale Intelligenz. Sie bedeutet: zu erkennen, was du gerade fühlst, warum du es fühlst und welchen Einfluss das auf dein Denken und Handeln hat.
Ein Beispiel: Du sitzt in einem Meeting und wirst plötzlich unruhig. Statt die Nervosität zu verdrängen, registrierst du: „Ich habe Angst, dass meine Idee abgelehnt wird.“ Dieses Bewusstsein gibt dir die Chance, bewusst damit umzugehen, statt dich von der Angst steuern zu lassen.
Wer seine Gefühle klar erkennt, trifft bessere Entscheidungen, bleibt authentischer und gewinnt an innerer Klarheit.
Gefühle sind wichtig, aber nicht jeder Impuls ist hilfreich (Notiz an mich selbst!). Selbstregulation bedeutet, innezuhalten, statt sofort zu reagieren.
Ein Klassiker: Ein Kollege kritisiert deine Arbeit. Der erste Impuls wäre vielleicht: „Das stimmt doch gar nicht!“. Stattdessen atmest du einmal durch, hörst zu und reagierst überlegt.
Wer Selbstregulation trainiert, bleibt souverän in stressigen Situationen, geht klüger mit Konflikten um und gewinnt Vertrauen, weil andere spüren: Diese Person hat sich im Griff.
Goleman spricht von intrinsischer Motivation, also Antrieb von innen heraus, nicht durch Belohnung oder Druck von außen.
Beispiel: Du lernst eine neue Fähigkeit, nicht weil jemand es verlangt, sondern weil du spürst: „Das bringt mich weiter, das macht mir Freude.“
Diese Art von Motivation macht dich ausdauernder, kreativer und unabhängiger. Sie ist die Kraft, die dich auch dann weitermachen lässt, wenn es anstrengend wird.
Empathie heißt: fühlen, was der andere fühlt. Es geht nicht nur ums Zuhören, sondern darum, die Emotionen hinter den Worten wahrzunehmen.
Beispiel: Eine Kollegin sagt: „Es passt schon …“, aber du merkst, dass es eben nicht passt. Du fragst nach, hörst zu und bietest Unterstützung an.
Empathie schafft Vertrauen, baut Brücken und macht Zusammenarbeit leichter. Gerade im Job ist sie Gold wert. Egal ob als Teammitglied, als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin im Sales oder als Führungskraft: Ohne Empathie kommst du nicht weit (ja, Elon Musk irrt sich hier!).
Soziale Kompetenz verbindet alle anderen Bereiche. Sie zeigt sich darin, wie du mit Menschen umgehst: ob du Konflikte eskalierst oder löst, ob du Teams gegeneinander ausspielst oder zusammenschweißt.
Beispiel: Ein Projekt läuft schief. Anstatt Schuldige zu suchen, stellst du die Frage: „Wie können wir das gemeinsam lösen?“ und setzt damit ein Signal für Teamgeist.
Soziale Kompetenz bedeutet nicht, allen alles recht zu machen. Es geht darum, Beziehungen so zu gestalten, dass sie respektvoll, klar und produktiv sind.
Die beste Nachricht: Emotionale Intelligenz ist keine feste Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die du entwickeln kannst. Durch Reflexion, kleine Veränderungen im Alltag und bewusstes Üben stärkst du dein Gehirn. Dank der Neuroplastizität sogar ein Leben lang:
Emotionale Intelligenz zeigt sich nicht im Wohlfühlmodus. Sie zeigt sich unter Druck, bei Kritik, bei Machtfragen und in Konflikten. Wer emotionale Intelligenz trainiert, wird nicht „netter“. Er wird für sich und andere klarer, reflektierter und berechenbarer.
Emotionale Intelligenz entscheidet, ob wir nur funktionieren oder ob wir wachsen. Sie ist die Basis für Selbstvertrauen, gute Zusammenarbeit und echte Verbundenheit.
Im Job sorgt sie dafür, dass Teams produktiver arbeiten und Führungskräfte glaubwürdig führen. Im Leben macht sie Beziehungen tiefer und das eigene Handeln erfüllender.
Und das Beste: Du kannst jeden Tag anfangen, sie zu trainieren.
Zu diesem Blog findest du auch ein Video.
Viel Spaß!
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