Die Zeiten sind gerade nicht besonders ruhig. Viele Unternehmen bauen Stellen ab. Projekte werden gestoppt. Teams umgebaut. Und selbst dort, wo noch alles stabil wirkt, liegt ein Hauch von Unsicherheit in der Luft.
Vielleicht spürst du das auch. Vielleicht kennst du jemanden, der gerade gehen musste. Oder du selbst stehst an einem Punkt, an dem sich etwas verschiebt.
Solche Momente fühlen sich selten leicht an. Aber manchmal enthalten sie eine Einladung: kurz innezuhalten und sich eine Frage zu stellen, für die im Alltag oft kein Platz ist.
Für mich gehört Arbeit zum Lieblingsleben dazu. Ich habe mich nie besonders wohl mit der Idee einer strikten Work-Life-Balance gefühlt. Als wäre Arbeit etwas, das man möglichst vom eigentlichen Leben trennen sollte.
Arbeit ist ein Teil unseres Lebens. Ein ziemlich großer sogar. Umso schöner, wenn sie sich nicht nur sinnvoll anfühlt, sondern auch wirklich zu uns passt.
Wenn du also gerade an einem Punkt stehst, an dem sich beruflich etwas verändert – freiwillig oder unfreiwillig – könnte genau jetzt ein guter Moment sein, nicht nur nach dem nächsten Job zu suchen.
Sondern nach dem richtigen. Einen mit Montagsfreude.
Ein Ansatz, der dabei helfen kann, nennt sich Life Design.
Life Design hat seine Wurzeln im Design Thinking, eine Methode, um komplexe Probleme zu lösen. Kreativ, iterativ und mit viel Experimentierfreude.
Überträgt man diesen Gedanken auf das eigene Leben, entsteht eine überraschend befreiende Perspektive: Man muss seinen beruflichen Weg nicht perfekt vorausplanen. Man kann ihn gestalten.
Life Design bedeutet nicht, sofort den großen Plan für die nächsten zwanzig Jahre zu entwickeln. Es bedeutet vielmehr, neugierig zu bleiben und herauszufinden, welche Arbeit wirklich zum eigenen Leben passt. Nicht nur zum Lebenslauf.
Die Haltung hinter Life Design ist erstaunlich einfach:
Denn viele gute Ideen entstehen im Gespräch und viele Erkenntnisse erst im Tun.
Der Weg beginnt nicht mit einer Stellenanzeige sondern mit dir.
Bevor man neue Wege einschlägt, lohnt sich ein Blick nach innen.
Was kannst du besonders gut?
Wann bist du so vertieft in eine Aufgabe, dass du die Zeit vergisst?
Wofür bekommst du häufig positives Feedback?
Manchmal hilft es auch, andere zu fragen. Menschen, die uns gut kennen, sehen unsere Stärken oft klarer als wir selbst.
Und dann gibt es noch eine spannende Spur: die Dinge, die uns im Job regelmäßig ärgern. Denn hinter Ärger stecken oft verletzte Werte. Wenn du deine Werte kennst, verstehst du auch besser, warum sich manche Jobs einfach falsch anfühlen.
Die nächste Frage klingt einfach und ist doch erstaunlich kraftvoll: Wie würde dein idealer Arbeitstag aussehen?
Wo bist du morgens?
Mit welchen Themen beschäftigst du dich?
Mit welchen Menschen arbeitest du zusammen?
Wie viel Raum soll Arbeit in deinem Alltag einnehmen?
In dieser Phase darfst du träumen. Nicht darüber nachdenken, ob es realistisch ist. Sondern darüber, was sich richtig anfühlen würde.
Eine schöne Übung ist es, sich sieben Minuten Zeit zu nehmen und einfach loszuschreiben – ohne Pause. Oft kommen die interessantesten Gedanken genau dann, wenn man glaubt, schon alles gesagt zu haben.
Jetzt wird es kreativ: statt nach der einen perfekten Jobidee zu suchen, sammelst du zunächst viele Möglichkeiten.
Ein kleines Gedankenexperiment kann dabei helfen. Kombiniere drei Dinge miteinander:
ein Talent, einen Wert und ein Interesse.
Zum Beispiel: Schreiben + Freiheit + Persönlichkeitsentwicklung.
Daraus könnten ganz unterschiedliche Ideen entstehen – vom Schreiben über Coaching bis hin zu redaktioneller Arbeit im Bildungsbereich.
In dieser Phase geht es nicht um Machbarkeit sondern um Möglichkeiten.
Der vielleicht wichtigste Gedanke im Life Design lautet:
Du musst nicht sofort alles verändern, probiere einfach aus. Teste deine Ideen, um zu prüfen, ob sie wirklich das halten, was du dir davon versprichst
Das kann ein Gespräch mit jemandem sein, der in deinem Wunschbereich arbeitet.
Ein kleines Nebenprojekt.
Ein Workshop, den du testweise anbietest.
Diese kleinen Experimente nennt man im Design Thinking Prototypen und sie haben einen großen Vorteil: Sie liefern echte Erfahrungen.
Manche Ideen fühlen sich nach den ersten Tests plötzlich sehr stimmig an, andere verlieren ihren Reiz. Beides ist vollkommen in Ordnung. Life Design ist kein gerader Weg sondern ein Prozess aus Ausprobieren, Lernen und Anpassen.
Daraus entsteht ein Weg, der wirklich zu dir passt.
Wenn gerade etwas ins Wanken gerät, fühlt sich das oft erst einmal wie ein Verlust an. Aber manchmal steckt darin auch die Möglichkeit, Dinge neu zu denken und zwar nicht nur den nächsten Job. Sondern die Frage, wie Arbeit eigentlich in das eigene Leben passen soll.
Ich bin überzeugt davon, dass es darauf nicht nur eine richtige Antwort gibt sondern mehrere Varianten unseres Lieblingslebens.
Probier’s aus. Viel Spaß dabei!
Ich bin Nina Binvel, Life Designerin, Unternehmerin und Autorin. Ich begleite Menschen dabei, ihr Leben und ihre Arbeit bewusst zu gestalten: mit mehr Klarheit, Mut und Gestaltungsspielraum.
Aufgewachsen in Norddeutschland, habe ich über zwanzig Jahre in Frankreich gelebt und gearbeitet und bin heute mit meiner Familie in München zu Hause. Mein beruflicher Weg begann mit einem deutsch-französischen BWL-Studium und führte mich zunächst in internationale Marketing- und Strategierollen. Später habe ich mehrere Unternehmen gegründet und mich auf Life Design und kreative Problemlösungsmethoden wie Design Thinking spezialisiert.
Heute unterstütze ich vor allem Frauen dabei, berufliche und persönliche Veränderungen aktiv zu gestalten, statt nur darauf zu reagieren. In meiner Arbeit verbinde ich Life Design, Positive Psychologie und praktische Experimente, um neue Möglichkeiten im eigenen Leben zu entwickeln.
In meinem Buch „ohlàlà statt solala – Mama sein und dich verwirklichen à la française“ erzähle ich von meinem eigenen Weg und davon, wie Frauen ihr Leben und ihre Arbeit mutig neu gestalten können.
Ich bin überzeugt: Es gibt nicht nur einen richtigen Lebensweg, sondern viele mögliche Lieblingsleben.
Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme: bonjour@ninabinvel.com
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