Weltfrauentag-Special: Gastbeitrag von Birgitta Bechtold zum Thema: Mut zur Sichtbarkeit – Frauen zeigen Präsenz und entfalten Wirkung

Mut zur Sichtbarkeit: Wie Frauen Präsenz zeigen und Wirkung erzielen

Warum Leistung allein nicht reicht. Und wie Frauen ihre Karriere aktiv gestalten können

Ein realistischer Blick auf Frauen in Führung in Europa

Laut der European Commission liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen in der EU inzwischen bei rund 33 % (2024). 2010 waren es noch etwa 12 %. Die neue EU-Richtlinie schreibt bis 2026 mindestens 40 % der nicht-geschäftsführenden Mandate oder 33 % aller Direktorenposten für das weniger repräsentierte Geschlecht vor.

Im operativen Top-Management bleibt der Anteil deutlich niedriger. EU-weit liegt der Anteil von Frauen in CEO-Positionen weiterhin unter 10 %.

Einige Länder sind weiter:

  • Frankreich: ca. 45 % Frauen in Aufsichtsräten
  • Italien: ca. 43 %
  • Spanien: rund 40 %

 

Deutschland liegt bei etwa 36 % in Aufsichtsräten, aber deutlich unter 20 % in Vorständen und Geschäftsführungen. Im öffentlichen Sektor ist die Quote höher als in der Privatwirtschaft.

Doch auch hier sind die obersten Entscheidungspositionen überwiegend männlich besetzt. Strukturen verändern sich. Aber Sichtbarkeit entsteht nicht automatisch.

 

Unsichtbare Mechanismen im Karriereverlauf

Der aktuelle Eurobarometer zeigt:

Rund 44 % der Befragten in der EU stimmen der Aussage zu, dass Männer bessere wirtschaftliche oder politische Führungskräfte seien. Solche Einstellungen wirken – oft unbewusst. Drei zentrale Effekte:

  1. Confirmation Bias: Wir nehmen wahr, was wir erwarten. Führung wird häufig mit stereotyp männlichen Eigenschaften verbunden.

  2. Pygmalion-Effekt: Erwartungen beeinflussen Förderung und Selbstbild. Wer weniger zutraut bekommt weniger Chancen und traut sich selbst oft ebenfalls weniger zu.

  3. Bescheidenheitsnorm: „Gute Arbeit wird schon gesehen.“ Gerade leistungsstarke Frauen verlassen sich auf Performance.

 

Doch Organisationen funktionieren anders. Sie bewerten nicht nur Leistung, sondern auch Wahrnehmung.

 

Warum Leistung allein nicht reicht: Das P.I.E.-Modell

Harvey J. Coleman beschreibt Karriereentwicklung mit dem P.I.E.-Modell:

  • Performance: Ergebnisse liefern

  • Image: Klarheit über den eigenen Wert

  • Exposure: strategische Sichtbarkeit

Viele Frauen investieren fast ausschließlich in Performance.

Doch Beförderungsentscheidungen entstehen aus der Kombination aller drei Faktoren.

 

Image: Klarheit über Kompetenz und Wirkung

Personal Branding bedeutet Positionierung.

Zentrale Fragen:

  • Wofür stehe ich?

  • Welche Kompetenzen bringe ich ein?

  • Welche Wirkung erzeuge ich?

Ein klar formulierter „Unique Value Statement“ stärkt Selbstbewusstsein und Außenwirkung.

 

Exposure: Netzwerke strategisch gestalten

Netzwerk heißt nicht „Vitamin B“, sondern bewusste Beziehungspflege.

Studien zeigen: Erfolgreiche Führungskräfte pflegen operative, strategische und innovationsorientierte Netzwerke.

Gerade die „weak ties“ d.h. lose und diverse Kontakte, öffnen oft Türen, neue Perspektiven und Chancen.

 

Limitierende Glaubenssätze hinterfragen

In meinen Workshops höre ich häufig:

  • „Ich will mich nicht aufdrängen.“

  • „Ich möchte nicht selbstvermarktend wirken.“

  • „Wenn ich gut bin, wird man mich entdecken.“

  • „Netzwerken liegt mir nicht.“

Diese Haltung ist nachvollziehbar, aber karrierehemmend. Wenn du nicht erzählst, was du kannst, bleibt es unsichtbar.

 

Konkrete Schritte für mehr Präsenz im Beruf

Die Alternative Haltung ist:

  1. Ambitionen aussprechen:
    Führungskräfte können keine Gedanken lesen.

  2. Strategische Gespräche führen:
    Nicht nur berichten, sondern Entwicklung einfordern.

  3. Netzwerk bewusst gestalten:
    Wer kennt Sie? Wofür? Wo fehlen Kontakte?

  4. Präsenz zeigen:
    In Meetings klar positionieren. Lernerfahrungen teilen. Projekte sichtbar machen.

  5. Diversität im Netzwerk erhöhen:
    Nicht nur Gleichgesinnte, sondern Entscheider:innen und andere Perspektiven.

 

Mut zur Sichtbarkeit als professionelle Entscheidung

Mut zur Sichtbarkeit bedeutet nicht Lautstärke. Es bedeutet:

  • Die eigene Kompetenz ernst nehmen

  • Ambitionen formulieren

  • Stereotype nicht verinnerlichen

  • Limitierende Glaubenssätze hinterfragen

  • Strategisch handeln

 

Performance ist die Grundlage.
Image schafft Orientierung.
Exposure verstärkt Wirkung.

Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung.

 

Und vielleicht beginnt genau hier die Montagsfreude:

Im Wissen, dass du mehr Einfluss auf deinen eigenen Weg hast, als du glaubst.

 

Über mich

Ich bin Coach, Facilitatorin und People-Strategin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in internationalen Organisationen und Unternehmen

In meiner Arbeit begleite ich Menschen, Führungskräfte und Teams in beruflichen und persönlichen Veränderungs- und Entwicklungsprozessen. Mein Fokus liegt darauf, dich in deiner Selbstwirksamkeit, Kommunikation und Führungskompetenz zu stärken und eine Kultur zu fördern, in der Leistung, Motivation und Beziehung im Gleichgewicht stehen.

Ich arbeite in Deutsch, Englisch und Französisch und begleite sowohl Einzelpersonen als auch Teams und Gruppen. Ich schaffe Räume, in denen du Klarheit über deine Ziele gewinnst, deine Potenziale gezielt einsetzt und deine Wirksamkeit in deiner Rolle steigerst.

Ich arbeite auf Augenhöhe: Ich höre zu, stelle klare Fragen, fordere dich heraus und begleite dich in deinem Prozess: empathisch, kontaktreich und strukturiert.

Wenn du deine berufliche Entwicklung vorantreiben, deine Führungskompetenz stärken oder dein Team nachhaltig wirksamer machen willst, freue ich mich auf deine Kontaktaufnahme.

 

 

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