Wenn wir über Arbeit sprechen, richten wir den Blick oft auf das, was fehlt, belastet oder nicht funktioniert. Das ist wichtig, aber es ist nicht das ganze Bild. In der Arbeitswelt gibt es auch Unternehmen, die Verantwortung übernehmen, Dinge ausprobieren und nachweislich gute Ergebnisse erzielen. Diese Good News verdienen Aufmerksamkeit. Wir wollen hier mal aufzeigen, was möglich ist, wenn Gestaltung ernst genommen wird. Denn wer sehen will, wie gute Arbeit gelingen kann, sollte auch auf die schauen, die es bereits tun. Let’s go!
Das Maschinenbauunternehmen Wilo aus Dortmund wurde mit dem Corporate Health Award 2024 für herausragendes betriebliches Gesundheitsmanagement ausgezeichnet. Das Unternehmen investiert systematisch in körperliche und mentale Gesundheit der Beschäftigten und über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Präventionsangebote eingeführt. Der neue „Health Cube“ am Standort Dortmund soll 2026 als Zentrum für Gesundheitsförderung öffnen.
Warum das relevant ist:
Ein Unternehmen wird öffentlich dafür ausgezeichnet, Gesundheitsmanagement strategisch zu verankern.
Im Rahmen der Initiative „Schichtwechsel“ haben rund 4.200 Menschen in Deutschland am Job-Swapping-Programm teilgenommen. Teilnehmende aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung tauschten für kurze Zeit die Arbeitsplätze mit Beschäftigten aus anderen Unternehmen. Die Initiative wurde breit positiv aufgenommen, unter anderem mit Statements politischer Unterstützer.
Warum das relevant ist:
Ein konkretes Programm fördert Inklusion, Perspektivwechsel und Verständnis zwischen verschiedenen Arbeitswelten.
Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ist ein öffentlich gefördertes Netzwerk von Bund, Sozialpartnern und Arbeitgebern, das Unternehmen konkrete Unterstützungsangebote für moderne Arbeitskultur bietet, etwa Praxisbeispiele, Coaching-Förderung für kleine Unternehmen und Onboarding-Kurzchecks.
Warum das relevant ist:
Ein staatlich unterstütztes Programm fördert gute Arbeit in der Praxis, nicht nur in der Debatte.
In Deutschland läuft ein Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche, an dem über 30 Unternehmen und mehr als 1.000 Beschäftigte teilnehmen. Erste Rückmeldungen deuten an, dass Flexibilität in der Arbeitszeit real möglich wird, auch wenn der Pilot bisher nicht alle Fragen beantwortet.
Warum das relevant ist:
Hier gibt es konkrete, öffentlich dokumentierte Unternehmens- und Pilotdaten, nicht nur normative Aussagen.
Der deutsche Corporate-Wellness-Markt soll bis 2029 deutlich wachsen, was zeigt, dass Unternehmen verstärkt in Gesundheits- und Präventionsangebote investieren.
Warum das relevant ist:
Marktdaten untermauern, dass betriebliche Gesundheits- und Präventionsmaßnahmen kein Nischenthema sind, sondern echte wirtschaftliche Relevanz bekommen.
Die Allianz SE wurde im Jahr 2024 zum ersten Mal in die „World’s Top 25 Workplaces™“ aufgenommen und erreichte Platz 17. Grundlage für das Ranking sind Millionen anonymer Mitarbeiter-Feedbacks zu Vertrauen, Respekt, Fairness und Zusammenarbeit. Dabei wurden u. a. flexible Arbeitsmodelle, Diversity-Initiativen, hybride Arbeitsformen und Angebote zur Gesundheitsförderung als zentrale Faktoren genannt.
Warum das relevant ist:
Die Anerkennung basiert auf direkter Mitarbeiterbewertung, nicht auf Unternehmensmarketing.
Die pme Familienservice Group wurde 2025 mit mehreren Arbeitgeber-Auszeichnungen geehrt: darunter „Top Recruiting 2025“, „Top National Employer 2025“ und „Top Brand Corporate Health 2025“. Die Auszeichnung basiert auf einer umfassenden Analyse von über 1,800 Unternehmen hinsichtlich Recruiting, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität.
Warum das relevant ist:
Mehrere Awards in einem Jahr zeigen Breite der positiven Arbeitgeberpraktiken, nicht nur punktuelle Maßnahmen.
Die SICK AG erhielt den Titel „Germany’s Best Workplaces“ im Great Place to Worksic®-Ranking 2021 und erzielte besonders hohe Werte in Vertrauen, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist. Die Auszeichnung basierte auf einer anonymen Mitarbeiterbefragung und zeigt hohe Zustimmung zur Arbeitsplatzqualität.
Warum das relevant ist:
Solche Rankings basieren auf echten Mitarbeiterdaten, nicht nur auf Unternehmenskommunikation.
Viele Good-News-Beispiele aus dem Arbeitsleben erzählen von Unternehmen, Programmen oder Auszeichnungen. Doch im Kern stehen die Menschen, die Arbeit täglich erledigen. Mitarbeitende, die in den vergangenen Jahren durch Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheit, Transformation, Fachkräftedruck und permanente Veränderung gegangen sind und dennoch Leistung, Zusammenarbeit und Verlässlichkeit aufrechterhalten haben. Sie haben neue Arbeitsformen gelernt, Teams stabilisiert, Mehrbelastung aufgefangen und gleichzeitig ihre eigene Orientierung gesucht.
Diese unsichtbare Stabilitätsleistung bekommt selten Schlagzeilen, ist aber ein zentraler Faktor funktionierender Arbeitswelten. Good News im Arbeitsleben bedeutet deshalb auch, diese Kontinuität und Anpassungsfähigkeit sichtbar zu machen und die Teams zu würdigen, die in herausfordernden Zeiten täglich verlässlich arbeiten.
Diese Beispiele sind keine Blaupausen und sie lassen sich nicht eins zu eins kopieren. Jedes Unternehmen hat eigene Rahmenbedingungen, Strukturen und Kulturen. Aber sie zeigen, dass Gestaltungsspielräume existieren und genutzt werden können.
Diese Good News sollen eine Einladung zum Lernen und Abschauen und Nachmachen sein. Und nächste Woche setzen wir die Reihe fort mit “Good News aus Kommunen und Nachbarschaften”.
Viel Spaß!

Ich bin Maria Mpalaoura, Beraterin, Trainerin und Gründerin von Montagsfreude. Hier schreibe ich über Themen, die helfen, Montagsfrust im Job zu überwinden und Arbeit motivierender zu gestalten.
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